Informationen aus dem Verein – Segeln

TVR/TSV Segelwochenende 2.-4.9.2022

Segelwochenende des TSV/TVR am 2.-4.9.2022

Ja, so ist es: erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt! Ausgehend von Heiligenhafen war das nördliche Schleswig-Holstein mit den Häfen Damp oder Maasholm erklärtes Ziel – wenn der Wind mitmacht! Tat er aber nicht.

Drei Tage lang strammer Ostwind. Wo ist das Problem, wird mancher sagen – ist doch einfach. Genau: Hinfahrt am Samstag mit achterlichem Wind und auch bei 1,5m Welle (für stabile Mägen!) ist machbar. Doch am Sonntag zurück gegen den Wind und die Welle: nein, das wollte der Skipper seiner Crew nicht zumuten und wäre in 10 Stunden nicht zu schaffen.
Also: Zielwechsel! Auf nach Rerik im Salzhaff … aber der Reihe nach:

Um 19 Uhr finden wir (Anne, Doris, Eberhard, Florian, Jürgen und Uschi) unsere 3 Kabinen Yacht CHARLOTTE frisch gereinigt am Chartersteg 1b im Sportboothafen von Heiligenhafen vor. Nach Lebensmitteleinkauf und Wegstauen der persönliche Sachen werden die Rettungswesten verteilt, erläutert und angepasst, dann das Schiff von vorn nach achtern abgegangen und erklärt. Als wir um 21 Uhr die Yacht zum Auslaufen vorbereiten, ist es schon dunkel. Skipper Eberhard will noch in den kleinen Hafen Orth auf Fehmarn verholen, unter Motor. Rabenschwarz ist die Nacht. Der frische Ostwind lässt die Göttinger frösteln.

CHARLOTTE rollt und stampft schon bald einsam über den westlichen Fehmarnsund. Als es wieder ruhiger wird, wir haben Orth voraus. Verflixt eng ist die Zufahrt zum Hafen, der voll ist mit Schiffen, die hier über Nacht Sicherheit finden. Als das Schiff vertäut ist, bemerken wir das Schild „Nicht anlegen“ am Steg an dem wir aber schon festgemacht haben. „Wenn bei dem Wetter noch einer hierher kommt, fresse ich ´nen Besen!“ beruhigt der Skipper. Es ist 23 Uhr, endlich gibt es köstliches Abendbrot –keinen Besen!- und das übliche Einlaufgetränk. Um 1.30 Uhr ist Ruhe im Schiff. Als um 7 Uhr der Wecker summt, schläft der Hafen noch. Wir eigentlich auch … doch unser Zielhafen an der Meck-Pom. Küste ist über 40 sm entfernt und wir wollen nicht bei Dunkelheit einlaufen. Nach leckerem Frühstück sind um 8.30 Uhr die Leinen schnell eingeholt und wir unter gerefften Segeln unterwegs. Zunächst wird auf östlichen Kursen bis zur Sundbrücke gekreuzt, und, weil´s so gut klappt, geht es weiter -mit vielfachem „klar zur Wende –ree“ hinaus auf die Ostsee.

An den frischen Ostwind und die Schräglage der hoch am Wind segelnden CHARLOTTE gewöhnen wir uns schnell -aber diese Welle … muss das denn sein? Bloß nicht unter Deck, da wird´s manchem*r mulmig! Steuermannswechsel im 30 Minuten Takt, jede*r muss ran. Das Gespräch im Cockpit hatte immer neue Themen. So erfuhren wir vom Überfall auf Doris´ und Jürgens Physiotherapiepraxis, lernten von HNO-Ärztin Anne, dass gutes Hören der Altersdemenz vorbeugen kann, „nicht wahr, Skipper?“ „Hä?“, der anschaulich von Segelerlebnissen auf dem Atlantik berichtete. Florians Anekdoten aus Schule (Welcher Seemann Liegt Bei Nora Im Bett) und Uschis (lecker, der selbst gemachte Käse) Krankenstation lassen uns schmunzeln.
CHARLOTTE ist 17.45 Uhr im kleinen Reriker Hafen gerade vertäut, als der Wind Bruchstücke von Lifemusik herüber trägt. Ja gibt´s denn sowas? Eine Hafenparty? In der Tat: Auf der von Buden gesäumten Promenade, an deren Ende eine große Bühne bespielt wurde, sind Touristen in Scharen unterwegs.
Haaalt! Wollen wir nicht erst einmal in die Ostsee hüpfen und duschen, bevor´s zur Party geht? Das Bad in der Ostsee tut gut und die warme Dusche nach einem langen Segeltag sowieso. Die flotte Musik der Band animiert zum Tanzen. Als zum Abschluss des Festes (und zu unserer Begrüßung!) ein Feuerwerk den Hafen beleuchtet, sitzt die Crew zum späten Abendessen schon in einer Pizzeria.

In der Nacht frischt der Ostwind auf und erzeugt im Hafen kleine Wellen, die fortwährend unter dem ausladenden Heck der CHARLOTTE brechen. Das ständige Klong-Klong am Heck sollte ‚des Seglers Folter‘ genannt werden. Unter diesen Umständen ist das Weckerklingeln um 7 Uhr für die Schläfer in der beiden ‚Folterkammern‘ eine Erlösung. Schwierige Frühstücksfrage an die Crew: Rührei oder Spiegelei? „Spiegelei ist einfacher, gibt weniger Abwasch… also Spiegelei!“ Es gibt dann doch Rührei… „Mundete fast so gut wie Spiegelei… aber nur fast!“, erklärt später der Abwäscher.
Aber da sind wir schon unterwegs und segeln mit hoher Geschwindigkeit nordwärts. Die Anstrengungen des Vortages sind bei Sonnenschein und rasanter Fahrt durch frischen Seitenwind vergessen. Restliches Obst und Süßes kursieren. Etappenziel ist der Fischereihafen von Burgstaaken (Fehmarn) mit Tankstelle und Fischbrötchenbude. Kaum an der Tanke festgemacht ist die Crew schon unterwegs zum Fischbrötchen. Sogleich ist aber auch der (bekannt bissige) Hafenmeister zur Stelle und ermahnt: „Hallo, nur zum Tanken festmachen, sonst müsst ihr Hafengebühr zahlen!“ Aber das Nachtanken daaauuert… Nachgetankt werden 17 Liter Diesel. Kommentar des Tankwarts: “Ihr müsst aber auch ab und zu ´mal den Motor anwerfen!“
Unser Ablegen wird vom Hafenmeister beäugt, natürlich. Im Heimathafen Heiligenhafen festgemacht, dauert es knapp 90 Minuten, bis CHARLOTTE ausgeräumt und besenrein an den Eigentümer zurückgegeben wird. Alles gut. Staufreie AB Fahrt. Alle gesund zurück in GÖ. Ein schönes Wochenende … so soll´s sein.

Segelsport verbindet, macht den Kopf frei, knüpft Bekanntschaften. Achtung: Segelvirus… große Infektionsgefahr!
Törn in 2023? Vielleicht gib´s ja mehrere Törns: die TT-Gruppe denken an Sport-Ausfahrt nach Dänemark per Segelboot… und natürlich wird es wieder das offene TSV/TVR-SegelWE geben. „Segeln ist die schönste Sportart… deutlich vor Fußball, oder so!“, findet zumindest der Autor.

Eberhard Wünn

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