TVR/TSV Segelwochenende 16.-18.8.2019

Zum Abschluss der Sommerferien machten sich sieben TVR/TSV-Segler wieder auf den Weg an die Ostsee.
Ruhig war der Segelausflug nur am zweiten Tag…
„Kein Risiko“ –  das TVR/TSV Segelwochenende 16.-18.8.2019
Erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt…  soll sagen: es war ein besonderer Segeltörn, den wir von der Marina Heiligenhafen zu siebt starteten und nur zu sechst beendeten, und zwischenzeitlich Alexandra in den Himmel schicken mussten…
Aber der Reihe nach: Mario am Steuer des TSV Busses und Elke am Navi brachten Alexandra und Mathias, Dirk, Ulrike und Eberhard sicher zum Ausgangshafen, wo wir unsere „Filou“, eine 14,3m Yacht (für Kenner: eine Bavaria 46cr) flott übernehmen und einräumen konnten. Für die Nacht und den Folgetag war reichlich Wind vorhergesagt. Und weil auch schon recht spät, war es allen recht die Nacht im Hafen zu verbringen. Wir hatten uns für das Wochenende mit drei weiteren Göttinger Crews verabredet, und so kam es Samstag früh zum Treffen der vier Schiffe südlich Burgtiefe (Fehmarn) und der Absprache, sich am Abend im dänischen Hafen Bagenkop (Langeland) zum gemeinsamen Grillen wiederzusehen.
Zunächst noch im Windschatten Fehmarns (= wenig Wellen) liefen wir an der Ostseite der Insel nordwärts, passierten den Fährhafen  Puttgarden und nahmen dann Kurs auf die Südspitze Langelands. Jede halbe Stunde wechselte der Rudergänger, jede*r musste sich einbringen. Bei frischem Wind machte unser Schiff gute Fahrt (ca. 7 kn, ~ 13 km/h). Jedoch: Wind erzeugt Welle, und je weiter wir uns von Fehmarn entfernten, umso heftiger wurden die Schiffsbewegungen – und umso ruhiger wurde es im Cockpit. Kekse wurden verschmäht, ebenso Haribo und Nussschokolade! Seekrankheit beginnt mit Unwohlsein und der stillen Hoffnung, dass es nicht schlimmer werde. Etwas später spielt dann das Innenohr verrückt und signalisiert: „Alles muss raus“, und das immer wieder! Ein Freudenfest für die Fische, eine Qual für die Leidenden. Einen traf´s besonders schlimm, er meldete sich von allen Aktivitäten ab.
Da wir Langeland bereits gegen 15 Uhr erreichten, segelten wir am Zielhafen Bagenkop vorbei weiter zur Nachbarinsel Ärö, um im Hafen Marstal einen Pölser (rosa Wiener Würstchen mit Gurke, Zwiebel, Senf und Remoulade in süßem Teigmantel) zu erstehen. Kaum im Hafen angekommen, waren alle wieder quicklebendig. „Ist was?“ Schnell wurde der Magen mit allerlei Essbarem gefüllt, beim Hafenrundgang gab´s Eis und (natürlich) Pölser!
Nachdem die hafennahen Birken auf Lausbefall  (? Alexandra schreibt ihre Masterarbeit über die „Birkenlaus“) untersucht waren, hieß es erneut: Leinen los … und es ging wieder hinaus auf die wellige Ostsee… und wieder signalisierte das Innenohr „…“.  Oh je, der arme Kerl.
Und plötzlich der Ruf: „Da ist doch ´was vom Mast gefallen, und was ist denn mit dem Vorsegel los?“
Der Schäkel (metallenes Verbindungsstück) an der Spitze des Vorsegels war gebrochen, das Segel sackte langsam herunter an Deck. Jetzt nur schnell das Segel an Deck festgebunden, damit es nicht über Bord wehte. So ging es dann unter Großsegel mit Motorunterstützung zurück zum Zielhafen Bagenkop, wo nacheinander auch die drei anderen Schiffe festmachten. Nun galt es 1. Die Salate für das abendliche Grillen zu bereiten, 2. Die Vorsegelhavarie zu beseitigen und 3. Unserem Seekranken Mut zuzusprechen. Letzteres war nicht mehr nötig, da er bereits für sich entschieden hatte: „ein Qualtag reicht, ich segle nicht mit zurück, lasse mich Sonntag Vormittag von einem Bekannten im Pkw abholen“. Respekt!
Nun zum Vorsegel. Wer geht in den Mast? „Ich!“ meldet sich Alexandra. „Achtung, es sind 20 Meter“. „Kein Problem“. Whow! Schnell erklärt, was zu tun sei, und schon sitzt die Mutige im Bootsmannstuhl (~Sessellift) und wird an einem Seil in den Masttop hochgezogen. Die Reparatur gelingt. „Mache viele Fotos“ schallt es hinauf. Hat sie gemacht und meinte nach ihrer Himmelfahrt ganz cool: „war o.k.“.  Danke Alexandra.
Der Abend wurde gemütlich, Schwein, Lamm, Huhn vom Grill, dazu leckere Salate und perlendes Getränk: ein 60ster Geburtstag wurde gefeiert.
Marios Rührei läutete den Sonntagmorgen ein, dazu alles, was das Kühlfach hergab. Ach, so lässt sich´s leben.
Der Wind hatte in der Nacht nachgelassen, die Ostsee sich beruhigt. Unser „Aussteiger“ ließ sich nicht beirren: „Kein Risiko!“
Es wurde tatsächlich eine eher ruhige Überfahrt nach Heiligenhafen. Die Rückfahrt nach Göttingen (Mario und Elke wieder in der ersten Reihe) verlief staufrei. Unterwegs erreichte uns die Nachricht unseres Aussteigers: „Erster!“ Er war bereits wohlbehalten in Göttingen angekommen.
Und nächstes Jahr wieder ein TVR/TSV Segelwochenende? Na klar: „Same procedure as every year“.
Eberhard Wünn

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